Ein paar Mal in meinem Leben hatte ich sie schon: wintertenen – beständig kribbelnde Zehen in den Wintermonaten. Nicht schlimm, aber lästig, zumal man mit dicken Schuhen und Socken an nicht mal so eben lindernd kratzen kann.
Lange habe ich gedacht, dass die Deutschen immun sind gegen dieses Leiden, denn hierzulande klagt in der kalten Jahreszeit niemand über Winterzehen. Dann kam ich auf die Idee, über den lateinischen Namen nach dem Phänomen zu suchen.
Unter Perniosis und Perniones wurde ich fündig.
Frostbeulen
Frostbeulen wurde mir als deutsche Übersetzung angezeigt. Allerdings scheint sich das Wort eher auf ein schon fortgeschrittenes Stadium zu beziehen. Beulen rufen bei mir gleich Assoziationen mit der Pest oder mit erschöpften napoleonischen Soldaten im Schnee hervor. Was die Suchmaschinen bei "Frostbeulen" an Bildern ausspucken, passt dazu.
Da ist mir die eher unverfängliche niederländische Bezeichnung wintertenen doch sympathischer. Von Schwellungen muss auch gar nicht die Rede sein. Das Hauptsymptom ist ein Kribbeln in den betroffenen Gliedmaßen. In dieser Ausprägung sind die Beschwerden nicht gefährlich und gehen von allein auch wieder weg.
Winterhände
Auch Hände können von Perniones betroffen sein. Dann sind es im Niederländischen eben winterhanden. Auch darüber höre ich hier in meiner Wahlheimat Deutschland niemanden klagen.
Die menschliche Frostbeule
Das Wort Frostbeule an sich war mir schon geläufig. Allerdings nur in der übertragenen Bedeutung als jemand, der schnell friert. Eine solche Person nennt man im Niederländischen een koukleum.
Dies ist die aktualisierte fassung eines ursprünglich am 23. Februar 2011 erschienenen Artikels.
